Aufnahmetipps und erste Schritte
Das Aufnehmen guten Materials, mit dem Sie interessante, aufregende oder informative Filme produzieren können, ist eine Aufgabe, die jeder meistern kann, der über ein gewisses Grundwissen verfügt.
Beginnend mit einem groben Skript oder einem Aufnahmeplan besteht der erste Schritt darin, Ihr Rohmaterial aufzunehmen. Selbst in dieser Phase sollten Sie bereits an die Bearbeitung denken und darauf achten, dass Sie eine ganze Reihe guter Aufnahmen für das Bearbeiten haben.
Videobearbeitung bedeutet, dass Sie die Elemente Ihres Materials zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen. Das heißt, dass Sie sich für die Techniken, Übergänge und Effekte entscheiden müssen, die Ihre Absicht am besten ausdrücken.
Ein wichtiger Teil der Bearbeitung ist die Erstellung eines Soundtracks. Der richtige Sound – Dialog, Musik, Kommentar oder Effekt – kann gemeinsam mit den visuellen Teilen ein Ganzes erzeugen, das größer als die Summe seiner Teile ist.
Pinnacle Studio bietet alle Tools, die Sie für das Erstellen professioneller Heimvideos benötigen. Der Rest liegt an Ihnen – dem Videofilmer.
Erstellen eines Aufnahmeplans
Ein Aufnahmeplan ist nicht immer erforderlich, kann aber für große Videoprojekte sehr hilfreich sein. Dieser Plan kann beliebig einfach oder komplex sein. Eine einfache Liste der geplanten Szenen kann schon ausreichen, Sie können aber auch Kameraeinstellungen oder Dialoge ausführlich notieren. Wirklich ambitionierte Filmproduzenten können ein vollständiges Skript erstellen, in dem jeder einzelne Kamerawinkel beschrieben sowie Angaben zu Dauer, Belichtung und Requisiten ausgearbeitet sind.
Titel: „Jakob auf der Kartbahn“ |
| Nummer |
Kamerawinkel |
Text / Audio |
Dauer |
Datume |
| 1 |
Jakobs Gesicht mit Helm, Kamera zoomt aus „Jakob fährt sein erstes Rennen…“. |
Motorengeräusch im Hintergrund..
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11 Sek. |
Di.06/22
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| 2 |
Auf der Startlinie, Sicht des Fahrers, niedrige Kameraposition. Musik spielt in der Halle, Motorengeräusch |
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8 Sek. |
Di.22.06.
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| 3 |
Mann mit Startflagge tritt in die Szene und wird bis zur Startposition begleitet. Kamera bleibt stehen, Mann geht nach dem Start aus der Szene heraus. |
„Los geht's…“. Start wird ausgeführt, Startsignal ertönt.
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12 Sek. |
Di.
06/22 |
| 4 |
Jakob in der Startposition von vorn, Kamera folgt ihm, zeigt Jakob bis zur Kurve, jetzt von hinten. Musik aus der Halle nicht mehr hörbar, Musik von CD über Motorengeräusch einblenden. |
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9 Sek. |
Di.
06/22
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| 5 |
... |
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Entwurf für einen einfachen Aufnahmeplan
Bearbeitung
Filmen Sie aus unterschiedlichen Perspektiven
Ein wichtiges Ereignis sollte immer aus verschiedenen Blickwinkeln und Kamerapositionen aufgenommen werden. Während der Bearbeitung können Sie dann die besten Kamerawinkel allein oder miteinander kombiniert verwenden. Bemühen Sie sich bewusst, Ereignisse aus verschiedenen Blickwinkeln aufzunehmen (erst den Clown in der Manege, dann den lachenden Zuschauer während der Vorführung. Oder Sie können die Protagonisten aus einem umgekehrten Winkel betrachten. Auch hinter den Protagonisten können interessante Dinge geschehen, oder Sie können die Protagonisten aus einem umgekehten Winkel betrachten. Das kann später hilfreich sein, wenn Sie versuchen, eine gewisse Balance in den Film zu bringen.
Nahaufnahmen
Sie sollten nicht mit an Nahaufnahmen wichtiger Dinge oder Personen sparen. Nahaufnahmen sehen in der Regel auf einem Fernsehbildschirm besser und interessanter aus als Totalaufnahmen und lassen sich gut in Post-Production-Effekten verarbeiten.
Total-/Halbtotalaufnahmen
Mit Totalaufnahmen erhält der Zuschauer einen Überblick, außerdem legen Sie den Aktionsrahmen fest. Diese Aufnahmen können auch verwendet werden, um längere Szenen zusammenzufassen. Wenn Sie von einer Nah- auf eine Totalaufnahme schneiden, sieht der Zuschauer keine Details mehr und kann den chronologischen Sprung leichter nachvollziehen. Mit einer Halbtotalaufnahme stellen Sie eine Art visueller Erholung von der Hauptaktion bereit und erhalten die Möglichkeit, bei Bedarf von der Aktion weg zublenden.
Vollständige Handlungsabläufe
Nehmen Sie immer vollständige Handlungsabläufe mit einem Anfang und einem Ende auf. Damit erleichtern Sie sich später die Bearbeitung.
Übergänge
Für ein perfektes filmisches Timing ist etwas Übung erforderlich. Es ist nicht immer möglich, lange Ereignisse im Ganzen aufzunehmen. In Filmen müssen diese oft in stark gekürzter Form dargestellt werden. Dennoch sollte der Handlungsablauf logisch bleiben. Die Schnitte sollten so gut wie nie die Aufmerksamkeit auf sich selbst ziehen.
Hierbei spielt der Übergang von einer zur nächsten Szene eine wichtige Rolle. Selbst wenn die Aktion in benachbarten Szenen zeitlich oder örtlich abweicht, können Ihre Entscheidungen während der Bearbeitung ein stufenloses Nebeneinanderstellen ermöglichen, so dass der Zuschauer die Lücke ohne dies bewußt wahrzunehmen schließt.
Das Geheimnis eines erfolgreichen Übergangs liegt in einer gefühlten Verbindung zwischen zwei Szenen. Bei einem handlungsrelevanten Übergang stellt das Aufeinanderfolgen von Ereignissen in einer sich entfaltenden Geschichte die Verbindung dar. So kann beispielweise die Aufnahme eines neuen Autos verwendet werden, um einen Dokumentarfilm über Design und Produktion des Autos einzuleiten.
Ein neutraler Übergang stellt an sich keine Entwicklung der Geschichte oder eine Zeit- oder Ortsänderung dar, sondern kann verwendet werden, um verschiedene Auszüge einer Szene geschmeidig zu verbinden. Wenn Sie zum Beispiel während einer Podiumsdiskussion einen Schnitt auf einen interessierten Zuhörer einfügen, können Sie unauffällig zu einem späteren Punkt in derselben Diskussion überführen und den Teil dazwischen auslassen.
Externe Übergänge zeigen etwas, das außerhalb der eigentlichen Aktion geschieht. So können Sie beispielsweise bei der Aufnahme einer Hochzeit im Standesamt einen Schnitt auf die Straße vor dem Standesamt einfügen, wo bereits eine Überraschung vorbereitet wird.
Übergänge sollten die Botschaft des Films unterstreichen und müssen immer zu der entsprechenden Situation passen, um Zuschauer nicht zu verwirren oder von der eigentlichen Geschichte abzulenken.
Logische Abfolge der Aktion
Die während des Bearbeitens zusammengefügten Aufnahmen müssen sich korrekt auf die Handlung beziehen. Zuschauer können den Ereignissen nicht folgen, wenn die Geschichte nicht logisch aufgebaut ist. Fangen Sie das Interesse des Zuschauers von Anfang an mit einem schnellen oder spektakulären Start ein und halten Sie dieses Interesse bis zum Ende aufrecht. Zuschauer können Ihr Interesse oder die Orientierung verlieren, wenn Szenen unlogisch oder chronologisch falsch zusammengefügt werden oder Szenen zu hektisch oder zu kurz (unter drei Sekunden) sind. Sie sollten auf eine gewisse Kontinuität des Motivs zwischen den einzelnen Szenen achten.
Die Lücken schließen
Bemühen Sie sich, die Lücken von einem Aufnahmeort zum nächsten zu schließen. Sie können chronologische Sprünge beispielsweise durch Nahaufnahmen überbrücken, indem Sie auf ein Gesicht zoomen und dann nach einigen Sekunden zurück zu einer anderen Szene gehen.
Aufrechterhalten der Kontinuität
Kontinuität – das heißt, die Beständigkeit der Details von einer Szene zur nächsten – ist unerlässlich für ein ansprechendes Filmerlebnis. Sonnenschein passt nicht zu Zuschauern, die gerade ihre Regenschirme geöffnet haben.
Schnitttempo
Das Tempo, in dem in einem Film von einer Szene zur nächsten geschnitten wird, beeinflusst oft die Botschaft und die Stimmung des Films. Das Fehlen einer erwarteten Aufnahme und die Dauer einer Aufnahme sind Mittel, um die Botschaft des Films zu vermitteln.
Vermeiden Sie visuelle Trennungen
Das Zusammenfügen ähnlicher Aufnahmen in einer Folge kann zu visuellen Trennungen führen. Eine Person ist möglicherweise in einem Moment auf der linken, im nächsten Moment auf der rechten Seite des Bildrahmens zu sehen. Oder eine Person wird zuerst mit und später ohne Brille gezeigt.
Schwenks nicht zusammenfügen
Schwenkaufnahmen sollten nicht zusammengefügt werden, es sei denn, sie haben dieselbe Richtung und dasselbe Tempo.
Faustregeln für die Videobearbeitung
Hier sind einige Richtlinien, die Ihnen beim Bearbeiten Ihres Films helfen können. Natürlich gibt es vrbindlichen Regeln, insbesondere wenn Ihre Arbeit humorvoll oder experimentell ist.
- Fügen Sie keine Szenen zusammen, in denen sich die Kamera bewegt. Schwenks, Zooms und andere Aufnahmen mit Bewegung sollten immer durch statische Aufnahmen getrennt werden.
- Nehmen Sie aufeinanderfolgende Szenen aus verschiedenen Kamerapositionen auf. Der Kamerawinkel sollte um mindestens 45 Grad abweichen
- Nehmen Sie Sequenzen mit Gesichtern immer abwechselnd aus verschiedenen Blickwinkeln auf.
- Ändern Sie die Perspektiven, wenn Sie Gebäude aufnehmen. Wenn Sie ähnliche Aufnahmen derselben Art und Größe haben, sollte die Bilddiagonale zwischen vorne links und hinten rechts und umgekehrt abwechseln.
- Schneiden Sie, wenn Personen in Bewegung sind. Der Zuschauer wird durch die fortwährende Bewegung abgelenkt und den Schnitt kaum bemerken. Sie können insbesondere auf eine Totalaufnahme in der Mitte der Bewegung schneiden.
- Achten Sie auf harmonische Schnitte und vermeiden Sie visuelle Trennungen.
- Je weniger Bewegung in einer Aufnahme ist, umso kürzer sollte diese sein. Aufnahmen mit schnellen Bewegungen können länger sein.
- Totalaufnahmen haben mehr Inhalt, deshalb können Sie länger gezeigt werden.
Durch ein überlegtes Anordnen Ihrer Videosequenzen können Sie nicht nur bestimmte Effekte erzeugen, sondern auch Botschaften übermitteln, die in Bildern nicht gezeigt werden können oder sollten. Im Wesentlichen gibt es sechs Methoden, um Botschaften durch Schnitte zu übermitteln. Lassen Sie uns diese genauer ansehen.
Assoziative Schnitte
Aufnahmen werden in einer bestimmten Reihenfolge zusammengestellt, um Assoziationen im Bewusstsein des Zuschauers zu wecken, aber die tatsächliche Botschaft wird nicht gezeigt. Beispiel: Ein Mann wettet bei einem Pferderennen und in der nächsten Szene sehen wir ihn bei einem Autohändler, bei dem er ein neues teures Auto kauft.
Parallele Schnitte
Zwei Aktionen werden parallel gezeigt. Der Film springt zwischen den zwei Aktionen hin und her, wobei die Aufnahmen bis zum Ende immer kürzer werden. Auf diese Weise können Sie Spannung bis zum Höhepunkt aufbauen. Beispiel: Zwei verschiedene Autos fahren aus unterschiedlicher Richtung in hoher Geschwindigkeit auf dieselbe Kreuzung zu.
Kontrastierende Schnitte
Im Film wird absichtlich und unerwartet von einer Aufnahme zur nächsten, deutlich unterschiedlichen Aufnahme geschnitten, um den Zuschauer auf den Kontrast aufmerksam zu machen. Beispiel: Ein Urlauber liegt am Strand, die nächste Aufnahme zeigt hungernde Kinder.
Stellvertretende Schnitte
Ereignisse, die nicht gezeigt werden können oder sollten, werden durch andere Ereignisse ersetzt (ein Kind wird geboren, aber statt der Geburt wird das Aufblühen einer Blüte gezeigt).
Schnitte, die Ursache und Wirkung betonen
Aufnahmen sind durch Ursache und Wirkung miteinander verbunden: Ohne die erste Aufnahme wäre die zweite Aufnahme unverständlich. Beispiel: Ein Mann streitet mit seiner Frau und ist in der nächsten Szene schlafend unter einer Brücke zu sehen.
Auf der Form basierende Schnitte
Aufnahmen, die sich inhaltlich unterscheiden, können zusammengestellt werden, wenn Sie etwas gemeinsam haben – dieselben Formen, Farben oder Bewegungen zum Beispiel. Beispiele: Eine Kristallkugel und die Erde, ein gelber Regenmantel und gelbe Blumen, ein fallender Fallschirmspringer und eine fallende Feder.
Soundtrack-Produktion
Die Soundtrack Produktion ist eine Kunst, die durchaus erlernt werden kann. Natürlich ist es keine einfache Aufgabe, eine spannende Sprachaufnahme zu erstellen, aber kurze, informative Kommentare sind für den Zuschauer oft sehr hilfreich. Welche Art von Sprachaufnahme Sie auch immer verwenden, sie sollte natürlich, aussagekräftig und spontan klingen, nicht hölzern oder steif.
Halten Sie Kommentare kurz
Als allgemeine Regel für alle Kommentare gilt, dass weniger mehr ist. Die Bilder sollten für sich selbst sprechen, und die Dinge, die für den Zuschauer aus den Bildern offensichtlich sind, müssen nicht kommentiert werden.
Behalten Sie Originalgeräusche bei
Gesprochene Kommentare sollten mit Originalgeräuschen und Musik so gemischt werden, dass der Originalsound immer noch hörbar ist. Der ursprüngliche Sound ist Teil Ihres Videomaterials und sollte möglichst nicht komplett herausgeschnitten werden, weil Videos ohne ursprünglichen Sound leicht steril und wenig authentisch wirken können. Oft nimmt das Aufnahmegerät aber Geräusche von Flugzeugen und Autos auf, die in der Szene später nicht zu hören sein sollten. Solche Sounds oder laute Windgeräusche, die ablenken oder stören, sollten überdeckt, gefiltert oder durch passende Kommentare oder Musik ersetzt werden.
Wählen Sie passende Musik aus
Die passende Musik gibt Ihrem Film einen professionellen letzten Schliff und kann die Botschaft eines Videos wesentlich verstärken. Die ausgewählte Musik sollte aber immer zur Botschaft des Films passen. Das ist manchmal eine zeitaufwändige Angelegenheit und eine Herausforderung, wird aber vom Zuschauer sehr geschätzt.
Titel
Der Titel sollte informativ sein, die Inhalte des Films beschreiben und Interesse wecken. Mit dem Titel-Editor können Sie Ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Als Regel lässt sich festlegen, dass Sie den Titel für Ihr Video frei nach Ihrem Geschmack erstellen können.
Verwenden Sie einen kurzen, klaren Titel
Titel sollten kurz und in einer großen, gut lesbaren Schriftart gestaltet sein.
Titelfarben
Die folgenden Kombinationen aus Hintergrund und Text sind leicht lesbar: Weiß mit Rot, Gelb mit Schwarz und Weiß mit Grün. Seien Sie vorsichtig mit sehr weißen Titeln auf einem sehr schwarzen Hintergrund. Einige Videosysteme können Kontrastverhältnisse von mehr als 1:40 nicht verarbeiten und diese Titel nicht detailliert wiedergeben.
Anzeigedauer
Als Faustregel lässt sich festlegen, dass ein Titel so lange angezeigt werden sollte, das der Zuschauer ihn zweimal lesen kann. Planen Sie für einen Titel mit zehn Buchstaben etwa drei Sekunden ein. Verlängern Sie die Anzeigezeit für jeweils fünf zusätzliche Buchstaben um weitere zehn Sekunden.
„Gefundene“ Titel
Sie können nicht nur beim Bearbeiten Titel erstellen, sondern auch natürliche Titel wie Richtungsschilder, Straßenschilder oder Titelseiten einer lokalen Zeitung als interessante Titel verwenden.