Dokumentarfilmproduktion Teil IV

Nachdem wir das stundenlange Material für unseren Dokumentarfilm auf die benötigten Szenen zurechtgeschnitten haben, ist es an der Zeit, das Ganze mit Sprachaufnahmen, Musik und Text zu verbinden.

Skripterstellung und Sprachaufnahmen

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Es ist durchaus wahrscheinlich, dass Ihnen beim Schneiden Ihres Tatsachenberichts noch Teile der Geschichte fehlen. Anders gesagt werden die Interviews und Aufnahmen einen Teil der Geschichte erzählen können, andere Teile müssen aber noch klargestellt, beschrieben oder auch einfach nur miteinander verbunden werden, damit die Geschichte einen Sinn ergibt und fließend erzählt werden kann.

Hier kommen Sie, der Filmemacher, ins Spiel. Sie müssen Ihre Sicht der Ereignisse im Film darstellen, damit der Film genau das vermittelt, was Sie mit ihm sagen möchten. Dafür stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, von denen Textunterschriften und Sprachaufnahmen die beliebtesten sind.

Wenn Sie meinen, dass die Geschichte des Films bereits klar vermittelt wird und nur wenige Dinge erklärt werden müssen, reichen oft einige wenige Textbildschirme aus (wichtig ist hierbei, diese mit jeweils höchstens 30 Wörtern pro Bildschirm kurz zu halten).

Meistens müssen Sie aber eine Sprachaufnahme verfassen und aufnehmen. Denken Sie dabei an folgende Punkte:

1Geschwindigkeit: Die meisten Erzähler sprechen rund 100 bis 120 Wörter pro Minute, schreiben Sie Ihren Text also kurz und klar.
2Sprache: Verwenden Sie eine direkte und einfache Sprache. Viele Adjektive und blumige Beschreibungen sind für einen Dokumentarfilm eher unpassend.
3Wiederholung: Achten Sie darauf, dass Sie nicht ständig die Dinge wiederholen, die Ihre Interviewpartner bereits erwähnt haben. Versuchen Sie, in jedem Satz neue Informationen bereitzustellen.
4Respekt: Respektieren Sie die Intelligenz Ihrer Zuschauer. Es gibt kaum etwas Schlimmeres, als eine Sendung anzusehen, in der Sie angesprochen werden, als wären Sie ein Idiot. Die besten Dokumentarfilme richten sich nach einem hohen geistigen Niveau.
5Wer sind Sie? Entscheiden Sie, welche Rolle Sie als Erzähler übernehmen - ob Sie unparteiischer Beobachter oder ein Teil der Aktion sind. Wenn Ihre Arbeit an dem Film für die Geschichte von Bedeutung ist (wie bei Filmen von Michael Moore oder Louis Theroux), können Sie auf dem Bildschirm erscheinen und in normaler Alltagssprache reden. Wenn Ihr Erzähler nicht Teil der Aktion ist (z. B. bei David Attenborough), sollten Sie distanzierter und formeller sprechen.
6Füllszenen: Wenn der Erzähler nicht am Bildschirm erscheint, muss etwas anderes zu sehen sein. Wählen Sie relevante Aufnahmen aus und beziehen Sie sich bei Bedarf in Ihrem Skript auf die Aufnahmen.

Stimmung

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Die Erzählung verbindet die einzelnen Teile Ihres Films zu einer Geschichte, muss aber auch an die jeweilige Geschwindigkeit oder Stimmung angepasst werden. Diese zwei Aspekte werden größtenteils von Ihren Aufnahmen und Inhalten bestimmt, aber auch die passende Musik, die über visuelle Montagen ein- und ausgeblendet oder leise unter Sprachaufnahmen gelegt wird, kann die Stimmung beeinflussen.

Sie dürfen keine kommerzielle Musik in Produktionen verwenden, die Sie öffentlich zeigen möchten (und das schließt die Veröffentlichung bei YouTube ein). Sie können aber günstig gebührenfreie Musik über Websites wie www.productiontrax.com kaufen, die Sie in beliebigen Produktionen verwenden können.

Achten Sie darauf, dass die Musik nicht zu bombastisch für Ihre Szenen ist und dass Sie dem Zuschauer nicht zu sehr vorschreiben, wie er sich bei einer Szene fühlen sollte, wenn das in der Geschichte selbst nicht eindeutig definiert ist. Verwenden Sie Musik, um das Geschehen in Ihrem Film zu unterstreichen, und nicht, um Gefühle und Aufregung "zu vermitteln", die eigentlich nicht vorhanden sind.

Musik kann auch ein Soundeffekt sein, ebenso wie Soundeffekte Musik sein können - denken Sie daran, dass Stille oder der Originalsound Ihrer Aufnahmen ebenso wirkungsvoll wie Musik sein kann. Versuchen Sie immer, Ihre Zuschauer als Ganzes zu sehen.

Im nächsten Monat

Im nächsten Monat sehen wir uns im letzten Teil unserer Reihe an, wie und wo Sie Ihren fertigen Dokumentarfilm präsentieren können.

Weitere Beiträge in dieser Reihe:

Dokumentarfilmproduktion Teil I - Planung

Dokumentarfilmproduktion Teil II - Aufnahme

Dokumentarfilmproduktion Teil III - Bearbeitung

*Angebot endet am 30. April 2009.