Dokumentarfilmproduktion – Teil II
Im letzten Monat haben wir uns in unserem Workshop zur Dokumentarfilmproduktion angesehen, wie Sie Ihr Dokumentarfilmprojekt planen. In diesem Monat dreht sich unser Workshop um die Aufnahmen für Ihren Sachfilm am Drehort. Wenn Sie jemals nach einem langen Aufnahmetag entdeckt haben, dass Ihr Material nur schwer zu bearbeiten war, sehen Sie sich die folgenden Tipps an.
Veranstaltungen
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Wenn Sie etwas dokumentieren, das direkt vor Ihren Augen geschieht – unabhängig davon, ob es sich um ein geplantes oder spontanes Ereignis handelt – wissen Sie nie, was als nächstes passiert. Das heißt, Sie müssen das Unerwartete einplanen. Sie sollten so viel wie möglich darüber wissen, was geschehen könnte und wie Sie dieses Geschehen aufnehmen werden. Und Sie sollten vorab entscheiden, wo Sie sich und Ihre Kamera aufstellen. Listen Sie außerdem die Aufnahmen und das Füllmaterial auf, die unbedingt für Ihren Film erforderlich sind.
Das ist umso wichtiger, wenn sich die Dinge plötzlich ändern und Sie spontan umdenken müssen. Denn wenn Sie wissen, was Sie brauchen, können Sie bei unerwarteten Ereignissen viel schneller reagieren.
Versuchen Sie immer, eine Mischung aus Weitwinkelaufnahmen der gesamten Szene und Nahaufnahmen der Einzelheiten zu filmen. Achten Sie darauf, die Kamera so wenig wie möglich zu bewegen. Nehmen Sie möglichst mindestens zehn Sekunden vor und nach jeder Kamerabewegung auf, um später mehr Möglichkeiten beim Bearbeiten zu haben. Achten Sie außerdem darauf, dass jede Szene mindestens zehn Sekunden lang ist. Zwei Sekunden langes Füllmaterial ist nur selten brauchbar.
Interviews
Bei einem Interview haben Sie eine gewisse Kontrolle über Ihre Aufnahmeumgebung, die Sie unbedingt nutzen sollten. Richten Sie die Beleuchtung aus, stellen Sie die Aufnahme ein und achten Sie darauf, Geräusche von außen (besonders Musik) auszuschließen. Wie Sie Ihre Aufnahme auch immer einstellen, sollten die Augen der Hauptperson ungefähr am Übergang vom ersten zum zweiten Bildschirmdrittel liegen und sich auf den Interviewer und nicht auf die Kamera richten. Stellen Sie offene Fragen, die nicht mit einem einfachen Ja oder Nein beantwortet werden können. Schreiben Sie für jede wichtige Frage ein oder zwei Alternativformulierungen auf, um unterschiedlich formulierte Antworten für die spätere Bearbeitung zu haben.
Füllmaterial
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Unabhängig vom Thema Ihres Films werden Sie sich selbstverständlich im Wesentlichen auf die Hauptaktion konzentrieren. Stellen Sie aber dennoch sicher, dass Sie so viel Füllmaterial wie nur möglich aufnehmen. Füllmaterial ist während der Bearbeitung unschätzbar, um Ihre Aufnahmen zueinander in Bezug zu setzen und wie beabsichtigt zu schneiden. Eine Szene bei einer Sportveranstaltung wird beispielsweise viel einfacher zu bearbeiten sein, wenn Sie einige Aufnahmen der Zuschauer haben, die Sie zwischen einzelnen Clips einfügen können. Aufnahmen der Gestik einer interviewten Person oder sogar des Raums, in dem das Interview stattfindet, sorgen dafür, dass Sie das Interview viel einfacher bearbeiten können.
Sound
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Ein wichtiger Aspekt, der professionelle Videoproduktionen von Amateurfilmen unterscheidet, ist die Soundqualität. Wenn Sie nicht hören können, was eine interviewte Person sagt, spielt es keine Rolle, wie interessant die Person ist oder was sie zu sagen hat. Ein klarer und deutlicher Sound dagegen kann sogar verwackelte Aufnahmen, eine fehlende Fokussierung oder schlecht eingestellte Aufnahmen bis zu einem gewissen Grad ausgleichen.
Oft ist der Sound das letzte, an was Sie beim Aufnehmen denken, tatsächlich sollte er aber oberste Priorität haben. Auch wenn Sie eine relativ hochwertige Kamera besitzen, verfügt diese wahrscheinlich über ein Allzweckmikrofon, das darauf ausgelegt ist, sämtliche Umgebungsgeräusche aufzunehmen. Und das reicht nicht aus, wenn Sie sich auf einen bestimmten Sound wie die Stimme einer interviewten Person konzentrieren möchten.
Für Interviews können Sie das Soundproblem schnell und günstig lösen. Ein Krawattenmikrofon (oder Knopflochmikrofon) kostet rund 20 Euro und kann direkt in den Mikrofonanschluss an Ihrer Videokamera eingesteckt werden. Es nimmt Geräusche in einem Umkreis von rund 30 Zentimetern auf, was bedeutet, dass Sie Ihr Interview auch an einer vielbefahrenen Straße aufnehmen können und nur wenig Verkehrslärm hören werden.
Als gutes Allzweckmikrofon können Sie ein langes, dünnes „Richtrohrmikrofon“ ausprobieren, das am Blitzschuh oben an Ihrer Videokamera angebracht wird. Diese Mikrofone sind teurer, nehmen aber nur den Sound auf, der direkt vor dem Mikrofon zu hören ist.
Tragen Sie beim Filmen immer an Ihre Kamera angeschlossene Kopfhörer, damit Sie den Sound überwachen können. Und wenn der Sound schlecht ist, scheuen Sie sich nicht, die Aufnahme zu wiederholen.
Im nächsten Monat
Im nächsten Monat werden wir uns ansehen, wie Sie Ihr Material schneiden können, um eine spannende Tatsachengeschichte zu erzählen.